Saisonrückblick 2013

tiptoe 2013 – Die goldenen Zwanziger

Auf ging‘s im Sommer 2012 in die zweite Saison der tiptoes. Wir begaben uns auf Zeitreise in die Goldenen Zwanziger und wollten einen Tanz zu einer Elektro Swing Version von Fred Astaires „Puttin‘ on the Ritz“ erarbeiten. Das Lied gefiel allen sofort super, es war außergewöhnlich und versprühte gute Laune, genau das passte doch zu unserer Truppe! Wir stürzten uns in die Arbeit um diese Saison all unser Können zu zeigen und trainierten fleißig bis zu drei Mal in der Woche. Schon nach kurzer Zeit bekamen wir auch „Nachwuchs“. Die „Neuen“ wurden schnell integriert und lernten schnell nach, was wir schon an Choreographie vorzuweisen hatten. Wie froh wir über diesen Zuwachs und deren Fähigkeit zum schnellen Lernen sein konnten, zeigte sich dann auch einige Zeit später.

Schließlich stand der Tanz und wir waren bereit ihn auf dem ersten Turnier in Lohmar vorführen zu dürfen. Doch noch kurz vorm Turnier gab es Stress: Die Kostüme waren noch gar nicht vollständig! Zwar hatten wir ein Kleid, und auch unser Make up war klar, doch eins durfte nicht fehlen, wenn wir die mondäne Stimmung des Songs und der Zwanziger Jahre überzeugend rüberbringen wollten: die Wasserwelle und ein extravaganter Haarschmuck! Da sich letzterer einfach nicht käuflich erwerben lassen wollte, gab es nur noch eine Möglichkeit: selber basteln! Und so kauften wir drei Tage vor dem Turnier Filz, Federn, Schleifchen und Bänder und setzen uns in Akkordarbeit daran, einen prächtigen Schmuck zu kreieren. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen! Und sogar unser Maskottchen, das Huhn Mathilda, hatte eine Miniaturvariante in die Federn gesteckt bekommen.

Endlich ging es also los nach Lohmar und wir waren gespannt, was die Saison zu bieten hatte und wie wir uns schlagen würden. Einen kurzen Schreck hatten wir am Morgen schon erlitten als wir hörten, das einige unserer Mädels kränkelten (die Grippewelle hat auch leider vor uns tipoes nicht Halt gemacht), eine sogar so sehr, dass sie sich während des Tages immer wieder, gut zugedeckt mit all unseren Jacken, in der Kabine ausruhen musste. Trotzdem ließen wir uns die gute Laune nicht nehmen und begannen mit dem Aufwärmen. Doch schon beim Eintanzen wurde uns klar: Die anderen Mannschaften waren zum Teil wahnsinnig gut. Das würde schwer werden für uns, auch wenn wir uns selbst sehr verbessert hatten im Laufe des letzten Jahres. Die Nervosität stieg, vor allem bei den Mädels, die hier ihr erstes Turnier bestritten. Doch dann hieß es zum ersten Mal in dieser Saison wieder „And we‘re singing‘ ohoh, tiptoe let’s go“. Wir betraten die Tanzfläche und versuchten einfach nur noch Alles zu geben und grinsten unser bestes Honigkuchenpferd Lächeln. Leider war das Ergebnis nicht so gut, wie wir es uns gewünscht hatten: Es ging ins kleine Finale. Eine kleine Enttäuschung. Egal – da war ja noch alles drin. Also noch mal warm machen und zeigen was wir können. Die Wertungsrichter schickten uns mit einer Wertung von 2-3-2-2-3 auf einen insgesamt neunten Platz von elf teilnehmenden Mannschaften. Wir hatten also einiges zu tun bis zum nächsten Turnier in Rüdinghausen. Zumindest über eins durften wir uns aber freuen: neben den zahlreichen Komplimenten fremder Zuschauer, unser Kostüm sei mit Abstand das schönste, waren einige von uns sogar auf dem Titelbild zu einem Bericht über das Turnier in einer Lohmarer Zeitung J

Zurück im Training ging es aber sofort weiter an die Arbeit und unsere Bine hatte schon einige neue Ideen, mit denen wir uns verbessern wollten: Es wurden einige Stellen geändert und neue Teile eingesetzt, um dem Tanz mehr Dynamik zu geben. Mit neuem Mut fuhren wir Ende April schließlich zum zweiten Turnier. Neues Turnier, neues Glück! Kaum dort angekommen, sahen wir, dass es hier eine Premiere für uns geben sollte: Tanzen auf Tanzteppich. Das hieß zwar, keine Linien zur Orientieren, aber angeblich, so sagten es uns die Killa Bees, die am Tag zuvor hier getanzt hatten „kann man super drehen auf dem Boden“! Nun ja, vielleicht ein bisschen zu gut, wie sich später herausstellte… Im ersten Durchlauf kam es nämlich direkt zu Beginn zu einer kleinen Katastrophe: in der ersten Drehung rutschte eine Tänzerin weg und saß einige Sekunden am Boden! Trotz des Schrecks mussten wir anderen weitermachen und lächeln, denn ein Aufhören gibt es hier nicht. Isa, unsere Gestürzte, biss aber die Zähne zusammen und kam wieder voll in den Tanz rein, und tanzte trotz großer Schmerzen bis zum Ende mit voller Power durch, und absolvierte sogar alle Hebungen und Sprünge einwandfrei. Das Ergebnis nach dem Durchgang war uns dann erst einmal egal, wir mussten uns um den bereits angeschwollenen Fuß kümmern.. Als es hieß, auch diesmal sind wir im kleinen Finale, mussten wir uns sehr schnell entscheiden, ob wir den Tanz noch einmal zu acht, oder ohne Isa zu siebt tanzen würden. Auch wenn Eis und Schmerztabletten zunächst alles besser werden ließen, entschieden wir uns dennoch, nichts zu riskieren, was dem verletzten Fuß weiter schaden könnte und mussten spontan innerhalb von 5 Minuten den Tanz auf sieben Tänzer umstellen. Das Ergebnis war natürlich nicht so gut, wie die gewohnte Version, und wir machten erneut einen neunten Platz. Doch das war uns heute tatsächlich mal egal, wir machten uns einfach nur Sorgen um unsere Verletzte.

Die Neuigkeiten mit denen sie zum nächsten Training kam, waren schlecht: Bänderiss und mindestens acht Wochen Sportverbot. So hieß es also umstellen und nachlernen für eine unserer neuen, die Isas Platz auf dem nächsten Turnier einnehmen sollte. Trotz der kurzen Zeit hat das super geklappt, worüber wir sehr erleichtert waren. So fuhren wir dann schon zwei Wochen später in die Stadt mit dem schönsten Namen Deutschlands: Castrop Rauxel. Und siehe da, all der Stress, das Umstellen und nachlernen hatte sich gelohnt. Wir schafften es in die Zwischenrunde mit sieben weiteren Mannschaften! Ein Riesenerfolg im Gegensatz zu den letzten Turnieren! Auch in der Zwischenrunde überzeugten wir. Dann wurde es spannend: Der Moderator kündigte die Mannschaften für das große Finale an: es seien sechs Mannschaften, und die erste Mannschaft im großen Finale sei: TIPTOE!!!!! Wahnsinn, wir schrien uns die Seele aus dem Leib vor Glück…so dass wir es erst gar nicht mitbekamen, als der Moderator sagte, es sei ein Fehler unterlaufen, nur vier haben es ins große Finale geschafft, wir waren leider doch nicht dabei. Eine kurze Enttäuschung, aber wir wurden wieder versöhnt als wir in der Siegerehrung gesagt bekamen, wir hätten einen geteilten 5. Platz erreicht. Das war toll, unsere beste Platzierung bei einem Turnier bis jetzt, und wir platzen fast vor Stolz und waren überglücklich.

Der Erfolg gab uns das nötige Selbstvertrauen für das letzte Turnier in Recklinghausen, das kurz darauf stattfand. Leider mussten wir davor erneut einen Verletzungsausfall in unserer kleinen Invalidentruppe verzeichnen, die Bandscheibe hatte die nächste außer Gefecht gesetzt. Also: erneut umstellen und umlernen. Der Tanz wurde nun nur noch von sieben Positionen getanzt. Mit guter Laune fuhren wir den Widrigkeiten zu Trotz Richtung Recklinghausen…und mitten in eine Autobahnvollsperrung, die uns eine volle Stunde aufhielt. Aber wir wären nicht die immer gut gelaunten und lauten Bonner Tänzerinnen, wenn uns nicht auch in der Situation eine Lösung eingefallen wäre: Raus aus den Autos, Schminkkoffer raus, und ran ging’s ans Haar toupieren, schminken und Nägel lackieren. Um die völlige Verwirrung der anderen Autofahrer perfekt zu machen, legten wir dann noch ein paar spontane Tanzeinlagen mitten auf der Fahrbahn ein. Endlich angekommen am Turnierort tanzten wir unseren ersten Durchlauf nahezu perfekt, die Wertungsrichter waren überzeugt und diesmal war es kein Versehen: Großes Finale für tiptoe!!!!! Auch in der zweiten Runde wollten wir wieder alles geben, um uns noch weiter zu verbessern. Die offene Wertung zeigte dann eine 6-4-7-4-6 für uns an: Das bedeutete, wir hatten unsere großartige Platzierung vom letzten Mal halten können, ein sechster Platz! Das Ergebnis wurde von uns lautstark gefeiert und bejubelt. Ein toller Saisonabschluss, der uns zeigte, was in der nächsten Saison alles drin sein kann.

Ohne unsere Bine, die die wunderschöne Choreographie erstellt hat, die uns so viel Spaß gemacht hat, zu tanzen, sowie Caro und Nathalie, die uns als Co Trainerinnen toll unterstützt haben, sowie Vanessa, die immer ein kritisches Auge selbst auf die kleinsten Bewegungen hatte, hätten wir das nie erreicht! Vielen Dank für die schönen, spaßigen und anstrengenden Trainings an euch!!

Nächste Saison heißt es dann tiptoe goes Dragonflies, denn die Formationen tiptoe und Namenlos werden zusammengelegt und als Dragonflies ist es dann unser Ziel, alles zu toppen, was wir in dieser Saison erreicht haben!