Saisonrückblick 2013

„Mozart bitte!“

Jede Saison ist auf ihre Art spannend, mitreißend und immer anders. Dennoch beschäftigen uns zu Beginn jeder Saison die gleichen Fragen und Gefühlszustände. Relativ früh hat Bine uns mit unserem Thema vertraut gemacht, dass wir vertanzen und den Zuschauern näher bringen möchten: „Mozart bitte!“. Und für alle war klar, es ist genau das was wir wollen und zwar erneut etwas grundsätzlich anderes als die vorrangegangene Saison. In auffälligem rotem Hosenanzug mit barocken Accessoires sollten wir alle unseren persönlichen Mozart verkörpern, leicht neurotisch, zuweilen süffisant und vielleicht auch ein wenig verrückt. Das klassische Stück, der von Hanno extra für uns eingesprochene Text aus der Zauberflöte und das schnelle und imposante Requiem hat uns alle in den Bann gezogen und wir haben noch früh genug gemerkt wie anstrengend doch 3:49 min sein können.

Nach dem erfolgreichen Direktaufstieg der letzten Saison, hieß es in diesem Jahr uns in der Regionalliga, der höchsten Liga Nordrhein-Westfalens, zu behaupten. Das Saisonziel war dabei klar formuliert: Erreichen des Finales auf dem ersten Turnier und so den Grundstein für den erhofften Klassenerhalt zu setzen. Unsere Bine hat nicht mit schwierigen Elementen in der Choreographie gespart, sodass die Vorbereitung intensiv war und uns immer wieder mal an die Grenzen geführt hat. Aber es war sehr schnell klar: wir lieben unsere Choreo!

Mit großer Nervosität im Gepäck machten wir uns Anfang März auf den Weg nach Hochdahl zum Saisonauftakt der Regionalliga. Auch unsere Mannschaft blieb von der Grippewelle leider nicht verschont und somit waren fünf der neun Tänzerinnen eigentlich reif für ihr Bett anstelle für die Tanzfläche. Dennoch zeigten alle größtes Engagement und Durchhaltevermögen. Wir freuten uns sehr auf alte Bekannte aus der Oberliga sowie auf neue, uns noch unbekannte Mannschaften. Wie bei jedem Saisonauftakt verfolgten wir gespannt die Choreographien der anderen Mannschaften und freuten uns über die Bandbreite der gezeigten Tanzstile und Auslegungen des Jazz und Modern Dances. Nach der Vorrunde saßen wir zusammengekauert und händehaltend auf dem Hallenboden und erwarteten die Verkündung der Ergebnisse. Und es hieß Zwischenrunde mit acht Mannschaften und mit uns! Wir waren wirklich erleichtert und freuten uns trotz aller gesundheitlichen Beeinträchtigungen auf den nächsten Durchlauf. Doch unser Ziel war noch nicht vollständig erreicht – wir wollten unter die ersten sechs Mannschaften, um den Klassenerhalt zu schaffen. Nach einer souverän getanzten Zwischenrunde machte Karl auch die nächste Verkündigung nicht unspannend. Es hieß Finale mit vier Mannschaften und wir konnten es nicht fassen – wir waren wirklich dabei! Wahnsinn! Und das in unserer ersten Saison in der Regionalliga und auf unserem ersten Turnier! Zwar waren alle erschöpft, aber es wurden die letzten möglichen Reserven zusammengekratzt für die Finalrunde und (unglaublich, aber wahr) wurden wir mit einem grandiosen zweiten Platz belohnt. Da hielt uns nichts mehr und es musste unser traditionelles „Su lang mer noch am leeve sind“ angestimmt werden.

Unsere Bine hatte selber eine Aufführung in der Oper Bonn und konnte uns an dem Tag daher leider nicht persönlich begleiten – umso mehr Spaß hatten wir, als wir sie nach dem Turnier zwangen zum gemeinsamen Pizzaessen zu kommen, um das Turnierergebnis zu erfahren. Und auch das war wie immer: mit ihrer unglaublich ausgiebigen und ehrlichen Freude über das Erreichte, steckte sie selbst die kranksten und müdesten Tänzerinnen an.

Bis zum zweiten Turnier vergingen sieben Wochen und wie natürlich alle Mannschaften im Teilnehmerfeld nutzen auch wir die Zeit, um an unserer Ausführung der Choreographie zu arbeiten und zu feilen. Gemeinsam mit unserer neuen Jugendlandesligaformation „fast feet“ ging es ende April nach Rüdinghausen. Nach einer kleinen Tanzteppichpanne, die dank der tatkräftigen Unterbacher Mannschaften relativ schnell behoben wurde, starteten die Turniere. Und auch dank der tollen, lautstarken Unterstützung unserer Jüngsten, konnten wir mit einem extrem zufrieden vierten Platz nach Hause fahren. Leider verstreuten sich (auch aufgrund des am nächsten Tag stattfindenden Landesligaturniers) die meisten Tänzerinnen in alle Himmelsrichtungen, aber ein harter Kern stieß bei Verena auf den Erfolg mit einem Gläschen Sekt an. Denn uns war nun klar, wenn wir weiter an uns arbeiten, haben wir die besten Chancen auch in der nächsten Saison Teil der Regionalliga sein zu dürfen.

Das dritte Turnier bedeutete für uns alle den weitesten Anreiseweg. Dafür wurden wir aber auch mit einem besonders schön und liebevoll organisierten Turnier belohnt. Die Ibbenbürener gaben sich Ende Mai alle Mühe ein schönes Turnier auszurichten und es wurde zudem zu unserem mit Abstand entspanntesten Turnier der Saison. Und das trotz der vorangegangen Trainingssituation. Denn da die liebe Anne zu dem Zeitpunkt bereits seit einem Monat in Berlin lebte und es viele andere Ausfälle gab, hatten wir seit unserem zweiten Turnier nie die Möglichkeit komplett zu neunt zu trainieren. Aber es gelang uns dennoch ein tolles gemeinschaftliches Gefühl zu kreieren und es auf der Fläche zu zeigen. Außerdem war es toll, dass Steffi zum ersten Mal in dieser Saison dabei war und uns zusätzlich motivierte. Die Ergebnisse waren ähnlich dem ersten Turnier: es gab wieder eine Zwischenrunde mit acht Formationen, was zeigt wie schwer es die Wertungsrichter hatten sich zu entscheiden welche Mannschaften für sie ins große Finale gehören. Wir hatten wieder großen Grund uns zu freuen, denn auch dieses Mal erreichten wir gemeinsam mit vier anderen Formationen das große Finale und durften erneut mit einem Pokal (3. Platz) den langen Weg nach Hause auf uns nehmen.

Die Saison 2013 war besonders lang und so fand erst Ende Juni das letzte Turnier der Regionalliga in Essen statt. Wieder einmal hatten wir das Vergnügen gemeinsam mit „fast feet“ den Turniertag bestreiten zu können. Es war zwar das letzte Turnier der Saison, aber für uns gab es einiges Neues, denn wir hatten vor dem Turnier umgestellt und Steffi absolvierte zur Freude aller ihr erstes Turnier mit den Killa Bees für 2013. Nach der getanzten Endrunde (die wir eröffnen durften) konnten wir unsere Freude über die verbrachte Saison, die gemeinsam erreichten Ziele und vor allem die schönen, lustigen und freundschaftlichen Momente nicht mehr im Zaum halten und stießen bereits in der Umkleidekabine mit der ein oder anderen Flasche Sekt an, bevor wir zur offenen Wertung gingen. Mit einer Wertung von 1-3-2-3-2 schließen wir die Saison mit einem geteilten 2. Platz ab und sind überglücklich über diesen Erfolg! Von zwei sympathischen Unterbacher Mannschaften mussten wir uns leider bei ihren Siegertänzen verabschieden, denn sie werden ab der nächsten Saison den TNW in der 2. Bundesliga vertreten. Unseren dritten Tabellenplatz feierten wir (fast schon traditionell) auf Vanessas Balkon und begrüßten selbst den Pizzaboten mit einem Killa Bees-typischen „Su lang mer noch am leeve sind“.

Es war mal wieder eine tolle Saison, die uns voller Vorfreude auf die Regionalligasaison 2014 in die Sommerferien entlässt. Wir denken, es kann sich nicht immer alles wiederholen – das macht es auch nicht, aber jede Saison hat ihre unglaublichen und schönen Momente, die der Grund sind, warum wir alle gemeinsam Woche für Woche in der Halle stehen und die unseren Alltag bereichern. Tausend Dank Anne (Sky), dass du unser Training und unsere gemeinsamen Stunde dieses Jahr bereichert hast. Wir vermissen dich und wünschen dir für deine Zukunft in Berlin alles Gute.

Unser größter Dank geht aber wie immer an Super-Bine! Du bist einfach mit so viel Engagement, Talent, Innovation und Herz bei der Sache, dass du uns immer die perfekte Choreo auf den Leib schneiderst! Danke!!